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Ausstellungs- eröffnung!

Die Ausstellung im Infohaus Boberg wird am Sonntag, den 2. April 2017 eröffnet. Seien Sie dabei!

Frühling in Fischbek

Entdecken Sie mit uns im Rahmen des Ferienprogramms die Natur im Frühjahr.

Loki Schmidt

(3. März 1919 – 21. Oktober 2010)

Im Hamburger Arbeiterstadtteil Hammerbrook geboren, wuchs Hannelore Schmidt (geb. Glaser) in bescheidenen Verhältnissen auf. Als kleines Kind gab sie sich selbst den Spitznamen „Loki“. Sie besuchte reformorientierte Schulen und begegnete dort ihrem späteren Ehemann Helmut Schmidt, mit dem sie in dieselbe Klasse ging. Schon als Kind interessierte sich Loki Schmidt für Pflanzen und besuchte als Schülerin zum Beispiel immer wieder den alten botanischen Garten Hamburgs. Nach dem Abitur musste sie 1937 zum Reichsarbeitsdienst. Ihr Wunsch, Biologie zu studieren, scheiterte an den Studiengebühren, worauf sie Pädagogik für das Lehramt für Volksschulen studierte und 1940 erfolgreich abschloss.
 
Loki Glaser und Helmut Schmidt heirateten am 27. Juni 1942. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Sohn Helmut Walter starb noch vor seinem ersten Geburtstag im Februar 1945. Tochter Susanne wurde im Mai 1947 in Hamburg geboren und lebt heute als promovierte Volkswirtin und Wirtschaftsjournalistin in England.

Nachdem Helmut Schmidt 1945 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, studierte er Staatswissenschaften und Volkswirtschaftslehre, bevor er eine Beschäftigung bei der Hamburger Wirtschafts- und Verkehrsbehörde aufnahm. Während dieser Zeit sorgte Loki Schmidt allein für den Unterhalt der Familie.
 
Von 1940 bis 1972 arbeitete Loki Schmidt als Volks-, Grund- und Realschullehrerin.

Zwischen 1974 und 1982 nahm Loki Schmidt protokollarische Aufgaben als Ehefrau des Bundeskanzlers wahr und engagierte sich vor allem für den Pflanzen- und Naturschutz. Nach dem Ende der Kanzlerschaft verstärkte sie ihren Einsatz für gefährdete Pflanzen noch und ließ sich in die Deputation der damaligen Behörde für Bezirksangelegenheiten, Naturschutz und Umweltgestaltung in Hamburg wählen. Über Jahre begleitete sie auf eigene Kosten Forschungsreisen von Wissenschaftlern, unter anderem nach Kenia, auf die Galapagos-Inseln, nach Ecuador, Malaysia, Nordborneo oder Brasilien.

1976 hatte Loki Schmidt bereits das Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen gegründet, das 1979 in eine Stiftung überführt wurde. Diese Stiftung fusionierte mit der Stiftung Naturschutz Hamburg (gegründet 1985/1986 unter maßgeblicher Beteiligung des damaligen Präses der Hamburger Umweltbehörde und heutigen Stiftungsratsvorsitzenden Senator a.D. Dr. Wolfgang Curilla) zur Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zum Schutze gefährdeter Pflanzen (heute kurz als Loki Schmidt Stiftung bezeichnet).

Seit den 1970er Jahren setzte sie sich für den Botanischen Garten in Hamburg und dessen Beitrag zur Erforschung und Erhaltung biologischer Vielfalt ein. Im Rahmen ihres Engagements für Botanische Gärten initiierte sie 1986 den internationalen Gärtnertausch, der zunächst von der Loki Schmidt Stiftung betreut und später von der Stiftung Internationaler Gärtnertausch übernommen wurde.

Für einen 1997 veröffentlichten Bildband Die Botanischen Gärten in Deutschland mit der ersten vollständigen Übersicht der Botanischen Gärten Deutschlands und ihren Sammlungen, recherchierte sie zwei Jahre lang.

2005 äußerte sie sich in ihrem Buch Mein Leben für die Schule zur Bildungspolitik. Drei Jahre später erschien das Buch Erzähl doch mal von früher, mit dem Loki Schmidt in ihrem 90. Lebensjahr mit ihren Lebenserinnerungen zur Bestsellerautorin wurde. 2010 erschien ihr Naturbuch für Neugierige sowie ihr Buch Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde.

Loki Schmidt starb in den frühen Morgenstunden des 21. Oktober 2010 in ihrem Haus im Hamburger Stadtteil Langenhorn.

Am 1. November 2010 fand in der Hamburger Michaeliskirche eine Trauerfeier für Loki Schmidt statt. Unter den 2000 Gästen waren unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Alt-Kanzler Gerhard Schröder, sowie die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Horst Köhler. Die Trauerrede hielt der frühere Hamburger Bürgermeister und Freund der Familie Schmidt Henning Voscherau. Das Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof Hamburg-Ohlsdorf.

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